DRINGENDER AUFRUF – März-Kampagne für Frauenrechte – In Solidarität mit den Frauen und dem Volk des Iran
- Anna Kuleshova
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Im März, der traditionell den Frauenrechten gewidmet ist, richtet ACAT Luxemburg diesen dringenden Appell an die Öffentlichkeit.
Seit dem 28. Dezember 2025 häufen sich beunruhigende und zunehmend glaubwürdige Berichte über eine massive Gewaltkampagne gegen unbewaffnete Demonstranten und Zivilisten im Iran. Was als landesweite Demonstrationen für Würde und Freiheit begann, entwickelte sich rasch zu einem der brutalsten und beispiellosesten Vorgehen gegen Demonstranten in der modernen Geschichte des Landes.
Untersuchungen von Journalisten, medizinischem Personal und Menschenrechtsorganisationen deuten darauf hin, dass die heftigste Gewalt am 8. und 9. Januar stattfand, als Sicherheitskräfte Berichten zufolge während eines landesweiten Internetausfalls in zahlreichen Städten das Feuer auf Menschenmengen eröffneten. Krankenhausberichte und unabhängige Untersuchungen legen nahe, dass allein an diesen beiden Tagen mehr als 40.000 Demonstranten getötet wurden; andere Berichte gehen von noch höheren Zahlen aus. Medizinische Gutachten und Menschenrechtsquellen schätzen, dass über 350.000 Menschen verletzt wurden. Die Krankenhäuser waren überlastet, und viele verletzte Demonstranten sahen sich gezwungen, aus Angst vor Verhaftung heimlich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch die medizinische Neutralität wurde verletzt. Ärzte, Krankenschwestern und freiwillige medizinische Helfer, die Verwundete versorgten, wurden festgenommen, verhört und wegen ihrer Hilfeleistung an verletzte Demonstranten mit Strafverfolgung oder Hinrichtung bedroht.
Das Schicksal vieler Opfer ist weiterhin ungewiss. Zeugen und medizinisches Personal berichten, dass die Leichen der im Januar Getöteten aus Krankenhäusern und Leichenhallen entfernt, in Lastwagen transportiert, in Massengräbern verscharrt oder spurlos verschwunden sind. Tausende Familien bleiben ohne Antworten zurück. Hunderte Leichen von Demonstrantinnen gelten noch immer als vermisst.
Besonders alarmierend sind die jüngsten Berichte über zwei Krankenschwestern in Teheran, die verletzte Demonstranten behandelt hatten. Laut investigativen Berichten, die von internationalen Medien zitiert werden, wurden die Krankenschwestern von Sicherheitskräften festgenommen, gefoltert und in Haft wiederholt vergewaltigt, weil sie verletzte Demonstranten medizinisch versorgt hatten.
Diese Vorwürfe spiegeln ein umfassenderes Muster von Folter, sexueller Gewalt, Verschwindenlassen, erzwungenen Geständnissen und Hinrichtungsdrohungen gegen Inhaftierte wider. Solche Handlungen verstoßen gegen die grundlegendsten Prinzipien der Menschenwürde, der medizinischen Neutralität und des internationalen Menschenrechts. Dies ist keine Frage politischer Ideologie. Dies ist keine Frage linker oder rechter politischer Ansichten. Dies ist eine Frage der Menschlichkeit.
Wir rufen Menschenrechtsverteidiger, Mediziner, zivilgesellschaftliche Organisationen, Journalisten, Regierungen, internationale Institutionen und alle Menschen mit Gewissen weltweit dazu auf, sich klar und unmissverständlich zu äußern. Schweigen angesichts von Brutalität ermöglicht Tyrannei. Gleichgültigkeit lässt Barbarei sich ausbreiten.
Wir fordern die internationale Gemeinschaft dringend auf, nicht nur für alle unbewaffneten Demonstranten, sondern insbesondere für die Frauen und Mädchen, die besonders brutal angegriffen wurden, Folgendes zu fordern:
• Sofortiger Schutz weiblicher Demonstranten und Inhaftierter mit Garantien gegen Folter und sexuelle Gewalt.
• Unabhängige internationale Untersuchungen der gemeldeten Tötungen, des Verschwindenlassens, der Folter und der sexuellen Gewalt.
• Volle Transparenz über das Schicksal inhaftierter oder vermisster Frauen und Mädchen.
• Sofortige Freilassung von Frauen, die allein wegen der Ausübung ihrer Grundrechte, einschließlich friedlichen Protests, medizinischer Versorgung und Meinungsfreiheit, inhaftiert sind.
• Schutz für Ärzte, Pflegekräfte und medizinisches Personal sowie ein Ende der Kriminalisierung humanitärer Hilfe.
• Rechenschaftspflicht nach internationalem Recht für diejenigen, die für Folter, Vergewaltigung, außergerichtliche Hinrichtungen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. • Internationale Überwachungsmechanismen zum Schutz von Inhaftierten, Frauen und Menschenrechtsverteidigern.
Der Schutz von Frauen in Zeiten der Unterdrückung ist keine politische Entscheidung, sondern eine moralische und rechtliche Verpflichtung. Schweigen und Untätigkeit dürfen die Verantwortlichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht schützen.
Lasst den März mehr als ein Symbol sein. Lasst ihn ein Moment sein, in dem die Welt nicht länger wegsieht.
Gerechtigkeit braucht Stimmen. Menschenwürde braucht Mut. Die Frauen des Iran dürfen nicht allein stehen.
ACAT Luxembourg asbl
Verfasst von: Shabnam Sabzehi
Datum: 16. März 2026
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